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Unterschied zwischen WBI und GLFI

15. Mai 2026

Warum Deutschland zwei verschiedene Feuerindizes verwendet

Wer sich mit Wald- und Vegetationsbrandgefahren beschäftigt, stößt schnell auf zwei wichtige Begriffe: den Waldbrandgefahrenindex (WBI) und den Graslandfeuerindex (GLFI). Beide werden vom Deutscher Wetterdienst bereitgestellt und dienen der Einschätzung von Brandrisiken in der Natur.

Auf den ersten Blick wirken beide Systeme ähnlich. Tatsächlich bewerten sie jedoch unterschiedliche Arten von Vegetation und unterschiedliche Brandverhalten. Genau deshalb werden beide Indizes parallel verwendet.

Was ist der Waldbrandgefahrenindex (WBI)?

Der Waldbrandgefahrenindex – kurz WBI – bewertet die Gefahr von Waldbränden.

Dabei geht es vor allem um:

Der Index berücksichtigt meteorologische Faktoren wie:

Ziel ist es, einzuschätzen, wie leicht sich ein Feuer im Wald entzünden und ausbreiten könnte.

Der WBI wird in Deutschland häufig genutzt, um:

Besonders in trockenen Kiefernwäldern – etwa in Brandenburg oder Teilen Sachsens – spielt der WBI eine zentrale Rolle.

Was ist der Graslandfeuerindex (GLFI)?

Der Graslandfeuerindex – kurz GLFI – konzentriert sich dagegen auf offene Vegetationsflächen.

Dazu gehören beispielsweise:

Hier unterscheidet sich das Brandverhalten deutlich vom klassischen Waldbrand.

Graslandbrände:

Besonders trockene Grasflächen können sich innerhalb weniger Stunden stark verändern. Deshalb reagiert der GLFI empfindlich auf kurzfristige Wetteränderungen.

Warum braucht man zwei unterschiedliche Indizes?

Wälder und Grasflächen verhalten sich bei Feuer völlig unterschiedlich.

Ein Waldbrand entwickelt sich oft langsamer, kann dafür aber:

Ein Graslandbrand dagegen:

Die unterschiedlichen Vegetationsarten benötigen deshalb unterschiedliche Bewertungsmodelle.

Ein einziger Index würde viele Risiken nicht ausreichend abbilden.

Typische Unterschiede zwischen WBI und GLFI

Merkmal WBI GLFI
Fokus Wälder Gras- und Freiflächen
Vegetation Bäume, Unterholz, Waldboden Gras, Felder, trockene Pflanzen
Brandverhalten langsamere Entwicklung, lange Glut schnelle Ausbreitung
Hauptfaktor Austrocknung des Waldes Trockenheit + Wind
Typische Brände Waldbrand Flächen- und Grasbrand

Die Gefahrenstufen sind ähnlich aufgebaut

Sowohl WBI als auch GLFI arbeiten in Deutschland mit fünf Gefahrenstufen.

Die Skala reicht typischerweise von:

  1. sehr geringe Gefahr
  2. geringe Gefahr
  3. mittlere Gefahr
  4. hohe Gefahr
  5. sehr hohe Gefahr

Je höher die Stufe, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Brände entzünden und schnell ausbreiten.

Gerade die höchsten Stufen führen häufig zu:

Warum der GLFI oft unterschätzt wird

Viele Menschen verbinden Vegetationsbrände automatisch mit Wäldern. Tatsächlich entstehen jedoch zahlreiche Brände auf offenen Flächen.

Trockene Wiesen oder Felder können bereits nach kurzer Sonneneinstrahlung hochentzündlich werden.

Besonders gefährlich sind:

Durch starken Wind können sich Graslandbrände extrem schnell bewegen und Straßen, Gebäude oder Waldflächen erreichen.

Dadurch wird der GLFI insbesondere für Landwirtschaft, Kommunen und Feuerwehren immer wichtiger.

Wetter und Klimawandel beeinflussen beide Indizes

Sowohl WBI als auch GLFI reagieren stark auf Wetterextreme.

Lange Trockenperioden, steigende Temperaturen und häufigere Hitzephasen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Wald- und Vegetationsbränden deutlich.

Dabei zeigen sich jedoch Unterschiede:

Dadurch können beide Indizes an einem Ort unterschiedliche Gefahrenstufen anzeigen.

Ein Beispiel:

Nach mehreren trockenen Wochen kann der Wald weiterhin stark ausgetrocknet sein, obwohl es kurzfristig etwas geregnet hat. Der WBI bleibt dann hoch. Gleichzeitig kann frisches oder feuchteres Gras den GLFI kurzfristig senken.

Warum aktuelle Warninformationen wichtig sind

Vegetationsbrände entwickeln sich oft schneller, als viele Menschen erwarten.

Aktuelle Gefahrenstufen helfen dabei:

Besonders in Regionen mit hoher Trockenheit – etwa Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Teilen Niedersachsens – können sich bereits kleine Zündquellen innerhalb kürzester Zeit zu größeren Bränden entwickeln.

Fazit

Der Waldbrandgefahrenindex (WBI) und der Graslandfeuerindex (GLFI) verfolgen unterschiedliche Ziele.

Während der WBI die Brandgefahr in Wäldern bewertet, konzentriert sich der GLFI auf offene Gras- und Vegetationsflächen.

Beide Systeme ergänzen sich und ermöglichen eine deutlich präzisere Einschätzung aktueller Risiken.

Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit und häufiger Hitzewellen gewinnen beide Indizes zunehmend an Bedeutung – sowohl für Behörden und Feuerwehren als auch für die Bevölkerung.

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